Key Facts
Ausrüstung
- Eisgeräte
- Steigeisen
- Helm
- Seil
- Exen
Tourenbericht
Plan B, besser als Plan A
Eigentlich sollte es dieses Wochenende auf Skihochtour gehen. Luca, Mätthu, Michi, die Ausrüstung gedanklich schon gepackt — und dann die Wetterprognose. Also kein Firn, kein Gipfel, kein Sonnenaufgang über dem Gletscher. Was macht man bei schlechtem Wetter? Richtig: Drytooling. Also auf nach St. Wolfgang im Balsthal, etwas Neues ausprobieren.
Drytooling ist Eisklettern ohne Eis. Eisgeräte und Steigeisen an Fels und in Löcher, in Schalen, über Dächer. Die Technik dieselbe wie im Eisfall — die Logik eine andere. Kein natürliches Material, keine Struktur, die einem entgegenkommt. Stattdessen: Ausladende Züge, hängende Positionen, Schultern und Unterarme unter Dauerdruck. Der Jurakalk von St. Wolfgang ist dafür gemacht.
An der Wand
Das Gebiet empfängt einen mit einem massigen Dach. Die Routen queren hinein, kippen über — aber als Einstieg geht es erstmal in den Einsteigerhang weiter rechts. Ankommen, Technik ertasten, verstehen wie sich ein Eisgerät in Fels anfühlt wenn man es nicht gewohnt ist. Dann der Wechsel: rüber zur Schönscht, D5. Eine Route, die den Namen verdient — flüssig zu klettern wenn man sie liest, fordernd wenn man es nicht tut.
Zum Abschluss versuchen sich alle am Highländer, D6. Ein anderes Kaliber. Kraftintensiver, kompromissloser, mit Zügen an Stellen, wo man instinktiv aufgeben will. Man lernt viel, wenn man scheitert und es sofort nochmal versucht.
Das Wetter draussen ist irrelevant. Unter dem Überhang ist man trocken, konzentriert, irgendwo zwischen Biss und Flow.
Fazit
Plan B hat sich bewährt. Fünf Stunden, neue Technik, eine Wand, die mehr verlangt als erwartet — und eine Gruppe, die genau das braucht. Drytooling ist kein Ersatz für die Skihochtour. Aber es ist auch kein Trost. Es ist einfach was anderes, und das reicht vollkommen.