Key Facts
Ausrüstung
- Rucksack
- Grödel
- Snacks
- Wasser
Routenverlauf
Tourenbericht
Allein am Morgen
Gersau liegt noch im Schatten, als ich den Weg Richtung Berg antrete. Die Luft ist frisch, fast kühl – jene angenehme Kühle, die man nur am frühen Morgen kennt, bevor die Sonne die Flanken erreicht. Der Vierwaldstättersee unten liegt ruhig, kaum eine Welle. Kein anderer Mensch weit und breit. Gut so.
Aufstieg über die Südseite
Die Südseite der Rigi Hochflue zeigt sich offen und sonnig – helles Gras, vereinzelte Felsen, ein Weg, der sich gleichmässig nach oben zieht. Der Aufstieg ist lang, aber nie unangenehm. Die Aussicht öffnet sich früh: das Seebecken unter mir, die Mythen drüben, im Hintergrund die ersten Dreitausender. Bei T4 ist Trittsicherheit gefragt – ein paar ausgesetzte Stellen, festes Gestein, griffig und verlässlich. Die Stille bleibt den ganzen Aufstieg über.
Die Leiter
Der Abstieg ist das Besondere dieser Runde. Auf der Nordseite wartet eine 25 Meter lange Eisenleiter, fast senkrecht in den Fels geschraubt. Ich schnalle die Grödel an – auf der Nordseite liegt noch Restschnee, der die Sache ohne sie unangenehm machen würde. Unten angekommen ändert sich der Charakter sofort: kühler, dunkler, der Weg führt durch Wald zurück Richtung See. Ein schöner Kontrast zur offenen Südseite am Morgen.
Das Fundament
Wandern wird oft unterschätzt. Man kann klettern, Eis hauen, auf Skiern steile Couloirs hinunterfahren – aber am Ende ist es das Wandern, das alles zusammenhält. Die Grundlage, auf der ein Bergsommer steht. Jeder Zustieg zu einer Alpinroute, jeder Anmarsch zum Gletscher: im Kern Wandern, nur mit anderem Ziel oben. Ich laufe zurück nach Gersau mit dem ruhigen Gefühl, den Sommer richtig eröffnet zu haben.